19.5.15

Welcome to Karastan

Georgien, BRD, Russland, Großbritannien 2014 (Lost in Karastan) Regie: Ben Hopkins mit Matthew MacFadyen, MyAnna Buring, Noah Taylor, Richard van Weyden 99 Min. FSK: ab 12

Palchik, die Hauptstadt der autonomen Republik Karastan, empfängt für ihr erstes Filmfestival den letztlich mal kurz erfolgreichen Filmregisseur Emil Forester (Matthew MacFadyen). Ebenfalls im Begrüßungskomitee sind korrupte Beamte, verlogene Werbefilmchen für die aufstrebende Diktatur, Ruinen neben Palästen und das allgegenwärtige Militär. Das klägliche Event entwickelt sich zum Albtraum, Emil wurde ohne Honorar eingeladen, nur weil alle seine schauspielernde Ex-Frau sehen wollen. Doch letztlich bietet ihm der Diktator volle künstlerische und finanzielle Freiheit bei der Inszenierung eines nationalen Epos an. Naiv freudig begrüßt der nun staatstragende Regisseur die Statisten, die von Soldaten mit vorgehaltener Waffe herangebracht werden. Doch dann wird der esoterische und dauernd besoffene Hauptdarsteller von Rebellen entführt und der Umsturz ist nicht aufzuhalten.

Vorhersehbar und dünn zündet sie nie richtig, diese Satire über despotische Kleinstaaten im Kaukasus und zu willige Regisseure im Dunstkreis der Macht. Obwohl Matthew MacFadyen seinen Charakter als selbst im Angesicht des diktatorischen Terrors höflicher Brite gut spielt. „Welcome to Karastan" ist nicht so frei, so kunstvoll wie Hopkins' frühe Filme „37 Uses For A Dead Sheep" und „Die neun Leben des Tomas Katz". Schade, denn aktuell bleibt das Thema nicht nur wegen der European Games in Aserbaidschan, wegen der Fußball-WM in Russland und Qatar ....

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