31.5.15

Spy - Susan Cooper Undercover

USA 2015 (Spy) Regie: Paul Feig mit Melissa McCarthy, Jason Statham, Rose Byrne, Jude Law 131 Min. FSK: ab 12

Melissa McCarthy, die Ulk-Nudel aus „St. Vincent", „Tammy - Voll abgefahren" oder „Taffe Mädels", eröffnet mit „Spy - Susan Cooper Undercover" die Polizistinnen-Wochen im Kino. Doch im Gegensatz zu Reese Witherspoon, die sich nächste Woche als „Miss Bodyguard" selbst gekonnt produziert, tritt McCarthy mit einer Selbstveralberung im vollen Umfang immer wieder ins Fett-Näpfchen.

Was wären all die Bonds dieser Welt ohne ihre Souffleuse per Knopf im Ohr? Witzfiguren, wie wir am Beispiel des perfekten Paares der CIA-Analytikerin Susan Cooper (Melissa McCarthy) und des Super-Agenten Bradley Fine (Jude Law) sehen: Während er nur die Faust auf Stichwort ausfährt und mal wegen Heuschnupfen den ganz Falschen umbringt,
hat sie in der Geheimdienst-Zentrale per Satelliten-Überwachung und Infrarot-Kamera den Durchblick. Beim regelmäßigen Essen nach erfolgreicher Mission träumt jedoch Susan von Romantik, während er die lustige Dicke als Kumpel veralbert.

So sollen wir uns nach dem James Bond-Vorspann etwas über die Parodie des eitlen Idioten amüsieren, doch vor allem über die talentierte, aber unsichere Frau, die zur Vorspeise eine originell präsentierte Handtuchrolle anknabbert und sich als Sahnehäubchen der Peinlichkeit einen hässliches Amulett um den Hals hängt. Falls es nicht reichen sollte, bekommt Cooper noch eine krasse Bindehautentzündung aufgemalt.

Ja, bei „Spy" wird immer dick aufgetragen. Und Susan Cooper wird immer runter gemacht, selbst die lang erwarteten Agenten-Tarnung und Geheimdienstausstattung sind mit Hämorrhoiden-Tüchern und Nagelpilz-Spray niederschmetternd. Man kann nun allein auf die Agenten-Travestie hoffen, in der die graue Büromaus wegen der Enttarnung aller Top-Agenten endlich selbst zum Einsatz kommt, um eine geklaute Atombombe aufzuspüren. Doch wie der Humor enttäuscht auch die Parodie. Erstaunlich einfallslos und billig kommt dieser Klamauk daher, in dem Susan Cooper schließlich als vermeintlicher weiblicher Bodyguard mit einer deftigen osteuropäischen Gangster-Zicke (Rose Byrne) zusammenarbeitet. Etwas das Reese Witherspoon ab nächster Woche als „Miss Bodyguard" in exakt gleicher Konstellation mit Sofia Vergara („Kiss the Cook") als kolumbianischer Drogen-Tusse auch wesentlich witziger und besser gelingt.

Ironischerweise klauen die männlichen Kollegen nicht nur auf dem Plakat Cooper/McCarthy die Show: Jude Law gibt den gelackten Agenten Bradley Fine perfekt überzogen und Jason Statham ist als cholerischer und wahnwitziger Agent mit Chuck Norris-Touch, der als Macho Cooper immer in die Quere kommt, eine gelungene Parodie seiner selbst.

Nun ist auch dieser Text so mit diskreditierenden Sexismen verseucht, wie das CIA-Büro mit Ungeziefer. Was leider dem Film exakt entspricht. Denn Melissa McCarthy gibt sich als „Spy" dafür her, dass man durchgehend über sie lacht. Selbst bessere Leistungen als ihre schlanken, durchdesignten Kollegen sehen vor allem bei Verfolgungsjagden nur albern aus. Ein Trampel gegen das organisierte Verbrechen? Mit dieser Neuauflage des Flops „Taffe Mädels" machen sich McCarthy und ihr Film nur lächerlich.

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