5.5.15

Hedi Schneider steckt fest

BRD, Norwegen 2015 Regie: Sonja Heiss mit Laura Tonke, Hans Löw, Leander Nitsche 92 Min.

Hedi Schneider (Laura Tonke) ist eine kindliche Frohnatur, die wenn sie im Aufzug feststeckt, sich gerne mit dem Menschen an der anderen Seite der Notruf-Leitung unterhält und ein paar Hamburger bestellt. Bis sie plötzlich auch in ihrem Leben fest steckt. Eben scherzte sie noch über Denke-Krätze und bei ihrem Freund Uli (Hans Löw) „untenrum das Gift raussaugen", da überfällt sie eine heftige Panik-Attacke. Mit Begeisterung stürzt sie sich nun auf alle Tabletten und schluckt mit sturer Naivität direkt die Notfallpille. Doch das hilft genauso wenig wie Versuche der Selbsttherapie mit Schrei-Übungen in der U-Bahn. Die Belastbarkeit des Freundes ist irgendwann erreicht.

Regisseurin Sonja Heiss („Hotel Very Welcome") gelingt das Kunststück, sich einer bedrückenden Krankheit leicht und einfühlsam zu nähern. Sie zeigt lebendige Menschen, eine glückliche Familie mit vielen verrückten Ideen. Und mit genauso viel Witz blickt die Kamera in die Welt. Dass selbst unter der dicken Watte-Decke der Anti-Depressiva der schöne Film selbst kein Jammertal wird, liegt zu großen Teilen an der Figur, die Laura Tonke auf die Leinwand zaubert. Ja, das ist eigentlich ihr Film, mit der mutigen Offenheit ihrer Hedi, mit einer fragilen Unvoreingenommenheit gegenüber dem Leben, die ganz plötzlich einen Knacks bekommt.

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