27.5.15

Ein Junge namens Titli

Indien 2014 (Titli) Regie: Kanu Behl mit Shashank Arora, Lalit Behl, Shivani Raghuvanshi, Ranvir Shorey 128 Min. FSK: ab 16

Titli ist der jüngste Bruder einer Familie aus Verbrechern und Mördern in den Slums von Delhi. Er will zwar eigene Wege gehen, doch um ihn zu binden, besorgt ihm sein extrem unsympathischer, cholerischer und ekliger ältester Bruder Vikram eine Frau. Nun staunt nicht nur der zu allem schweigende Titli über die Entschlossenheit seiner neuen Frau Neelu. Noch lacht sie über seinen Namen, der Schmetterling bedeutet, doch als was sich der Junior-Gangster entpuppt, ist dann entsetzlich.

Entsetzzlich wie vieles in diesem rauen, heftigen, großen Drama mit rücksichtslosen brutalen Figuren und einer ebenso mutigen wie gekonnten filmischen Umsetzung. Das Spielfilm-Debüt des Filmemachers Kanu Behl belegt dessen Herkunft mit großen dokumentarischen Qualitäten beim Einleben in die Slums und die Neubaugebiete von Immobilien-Spekulanten. Mit denen auch die Handlung über Neelus Geliebten verbunden ist. Beeinflusst vom Neorealismus erlaubt „Ein Junge namens Titli" einen packenden und erschreckenden Blick in Abgründe der indischen Gesellschaft. Produziert wurde die düstere Gangsterballade von Bollywood-Starregisseur Aditya Chopra.

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