17.5.15

Abschussfahrt

BRD 2015 Regie: Tim Trachte mit Tilman Pörzgen, Chris Tall, Max von der Groeben, Florian Kroop, Lisa Volz 90 Min.

Diese „Komödie" für besoffene Jugendliche mit niedriger Humorschwelle kopiert „Hangover" auf platte Weise: Die Abschlussfahrt der Klasse führt nach Prag, ins „Herz Europas", wie der Lehrer Herr Graeser (Alexander Schubert) meint, oder in die „Muschi Europas" wie pubertierende Schüler erwarten. Paul, Berny und Max, drei Versager und Langeweiler, wollen beim Schulausflug groß was erleben. Allerdings soll Paul dabei auf Magnus, den autistischen Bruder der angehimmelten Juli aufpassen. Doch auch der wird abgefüllt und dann geht es mit einer billigen Stretchlimousine samt gefährlich wirkendem Fahrer Branco zu peinlichen Clubs. Bis ausgerechnet Magnus in einem SM-Schuppen als Geisel genommen wird und die anderen als Drogenkuriere das Geld an ein paar rabiate Engländer verlieren.

Schon die Anfahrt legt mit Sabbern, Kotzen und Wichsen die Stimmung bei Zielpublikum fest. Wild montierte Stadtaufnahmen sind dabei das Mutigste der an sich sehr braven Ekel-Komödie. Dabei bleibt nicht nur ein Finger auf der Strecke, auch die pubertierenden Persönlichkeiten werden für den lahmsten Scherz sofort geopfert. So ändert sich von „Eis am Stiel" vom Ende der Achtziger Jahre bis zu „Fack ju Göthe" nur die Ruppigkeit des Fäkalhumors und der Körperlichkeit. Die vermeintliche „Jugend" besteht konstant aus Pappfiguren, die auch in einer Komödie ernst genommen werden könnten. Produzent Christian Becker, der mit „Türkisch für Anfänger", „Vorstadtkrokodile" oder „Wickie und die starken Männer" immer für Qualität stand, enttäuscht hier sehr.

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