13.4.15

Top Five

USA 2014 Regie und Buch: Chris Rock mit Chris Rock, Rosario Dawson, J.B. Smoove 102 Min. FSK: ab 12

Der neue Film von US-Komiker Chris Rock ist uneinheitlich und - im positiven Sinne - ungewöhnlich: Eindeutig nur was für Programmkinos.

Chris Rocks Alter ego Andre Allen ist wie er selbst ein ehemaliger Stand Up-Comedian, der eine banale Film-Karriere folgen ließ. Nun führt die kritische Journalistin Chelsea Brown (Rosario Dawson) im Umfeld zu seiner Werbekampagne für die haitianische Befreiungsgeschichte „Uprize" ein ausführliches Interview. Sie begleitet Allen mit kritischen und klugen Nachfragen einen Tag lang durch New York, während parallel seine baldige Hochzeit mit einem Show-Sternchen als Reality-Show fürs Fernsehen inszeniert wird.

Chelsea und Allen sind ehemalige Alkoholiker. Er erzählt ganz offen vom Tiefpunkt seiner Karriere. Als sie zwischendurch einen Beziehungstiefpunkt live erlebt, wird die Fragestellerin zu einer ernsthaften dramatischen Figur. So verläuft „Top Five" zwischen Ernsthaftigkeit und deftigem Humor, manchmal ist es tatsächlich ein Spaziergang durch New York mit großer Leichtigkeit und dann glaubt man Allen sein Glück, wieder als Stand Up auf der Bühne zu sein. Es gibt eine Junggesellenfeier mit Adam Sandler und Woody Goldberg. Der Rapper DMX singt im Knast.

Rock geht als Regisseur und Hauptdarsteller mit seiner Figur Allen die gleichen Wege wie Woody Allen, vielleicht eingefärbt von Rocks „2 Tage New York"-Episode mit der Regisseurin Julie Delpy. Chris Rock, der tatsächlich eher als Scherz-Keks denn als Künstler angesehen wird, belichtet in einem stilistisch uneinheitlichen Film die Probleme eines zweifelnden Komödianten, der endlich ernst genommen werden will. Der Entertainer will soziale und afroamerikanische Themen komisch anschneiden, Es klingt manchmal absurd, wie die Verbindung der Premiere von „Planet der Affen" und der Ermordung von Martin Luther King am Tag danach.

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