17.3.15

Viel Gutes erwartet uns

Dänemark 2014 (Så meget godt i vente) Regie: Phie Ambo 100 Min. FSK: ab 0

Ein alter dänischer Bauer und ehemaliger Ingenieur lebt nicht nur für, sondern beinahe mit seinen Roten dänischen Milchrindern, einer fast ausgestorbenen Rasse. Niels will auf seinem Bauernhof nördlich von Kopenhagen das Gruppenbewusstsein der Kühe verstehen und auch den Zyklus des Löwenzahn. Dieser wundervolle Dokumentarfilm von Phie Ambo zeigt, dass Niels damit immerhin die Macher des besten Restaurants der Welt, des Kopenhagener Nobelschuppens Noma begeistert.

Der sympathisch kauzige Mann wirtschaftet ganzheitlich und esoterisch, hat seine eigene Philosophie, basierend auf den bio-dynamischen Lehren des Anthroposophen Rudolf Steiner. Dass ein Kraut Lichtstrahlen vom Universum aufgenommen hat und wegen des Mars so rot ist, wird einigen vielleicht zu spleenig vorkommen. Die Begeisterung über die Gerüche der Kräuter beim Mähen der nicht normierten Wiese, steigt einem dagegen beinahe selbst in die Nase. Wunderbare Aufnahmen der roten Rinder in der Ferne einer grünen Wiese, mit in der Unschärfe vorbei flatternden Schmetterlingen und huschenden Schwalben gehören zu den bislang besten Kinobildern des Jahres.

„Viel Gutes erwartet uns" ist nicht nur thematisch interessant und vermag Sichtweisen zu erweitern. Regisseur Phie Ambo, der zusammen mit Maggie Olkuska auch die Kamera führte, gelingen wunderbare Bilder. Dazu gibt es immer wieder wortlose Sequenzen, begleitet von andächtiger Musik (Jóhann Jóhannsson) und so entstand eine dieser seltenen Dokumentationen, die ganz frei und offen begeistern können. Wenn bei der Geburt eines Kalbes der Kameramann selbst mithilft, ist dies Engagement für eine gute Sache zwar eine Basis für das Gelingen, außergewöhnliches filmisches Können und eine gesunde Distanz gehören auch dazu.

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