3.3.15

Fußball - Großes Spiel mit kleinen Helden (Metegol)

Spanien, Argentinien, Indien, USA 2013 (Metegol) Regie: Juan José Campanella 106 Min. FSK: ab 0

Aus dem wirklich fußball-verrückten Spanien kommt die Vision, dass Menschenaffen, bevor sie sprechen konnten, schon Fußball spielten. Was vielleicht etwas über den Entwicklungsstand dieses Sportes sagt. Der Stand des Zeichentricks in Spanien ist jedoch richtig gut, wie man am Kick-Spaß „Metegol", mit dem uninspirierten deutschen Titel „Fußball - Großes Spiel mit kleinen Helden", sehen kann: Die Helden sind klasse Kerle mit Charakter, auch wenn sie mit einer Eisenstange im Rücken an einen Kicker-Tisch gefesselt sind. Doch als „ihre" Bar und gleich auch noch das komplette Dörfchen geplättet werden sollen, schießt Leben in die bleiernen Kicker-Beine. Zusammen mit ihrem sensationell guten Spieler und Schöpfer Amadeo wehren sie sich gegen den richtigen und richtig fiesen Fußball-Star El Grosso.

Der ist eine Art Ronaldo als eitles Anziehpüppchen, also halt Ronaldo, nur gezeichnet. Einer, der keine zehn Meter ohne Sponsor läuft und so verbissen gezeichnet ist wie Zlatan Ibrahimović. Aus Rache für ein einst verlorenes Kickerspiel will er Amadeo und alles um ihn vernichten. Nun ist der eigentlich kein Gegner, nur ein schüchterner Kellner, dessen Leidenschaft Kicker zum Spleen wurde. Doch im Moment größter Gefahr erwachen nicht nur seine individuell angemalten Kicker-Figuren auf magische Weise zum Leben, auch die sympathisch eigenwillige Bevölkerung der Bar und des Dorfes schnüren die Fußballschuhe zum finalen Duell.

Mit typischer Musik wird das Western-Duell der Bullies gegen den schüchternen Amadeo inszeniert, die Kamera fliegt im Windschatten des Balls, kleine Bleifiguren haben mächtig viel verrückten Charakter und aufwändige Frisuren - das ist schließlich das Wichtigste bei einem Fußballer.

Herrlich sind die Streitereien der aufgeblasenen Riesen-Egos in den kleinen Figürchen. Und wenn es über die gesamte Spielzeit auch ein paar Hänger gibt, immer wird bauten die Macher eine verrückte Volte ein. Ganz schön clever hat der kleine Film auch eine Meinung zum großen Geschäft namens Sport: Wenn das überinszenierte Spektakel in das Kaff einfällt, sich eine Stadt kauft, so wie Meisterschaften und Olympiaden als moderne Plagen heute Städte und Demokratien in Geiselhaft nehmen, muss man sich wehren. Auch wenn beim Happy End die Moral bitter lautet: Manager sind ewig.

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