24.3.15

Der Nanny

Regie: Matthias Schweighöfer mit Matthias Schweighöfer, Milan Peschel, Joko Winterscheidt, Andrea Osvárt, Paula Hartmann

Das Leben läuft nicht immer so wie man sich das vorstellt ... schwafelt der in keiner Hinsicht schweigsame Schweighöfer schon im Vorspann nichtssagend. Ja, Herr Möchtegern-Regisseur, ich hab mir auch nicht vorgestellt, dass dieser schöne Kritiker-Beruf Tiefpunkte wie einen Schweighöfer-Film mit sich bringt.

Der Holzhammer kommt nicht zur Ruhe in diesem Nano-Filmchen. Gleich zu Anfang schlägt er als Abrissbirne in die Wohnung von Rolf (Milan Peschel), der sich an seinem Kühlschrank festgekettet hat: Klar und doppelt und dreifach klar: Der glatte Immobilien-Spekulant Clemens (Matthias Schweighöfer) reißt ein Viertel „voller Hartz 4-Empfänger" nieder, um luxuriöse Hochhaus-Wohnungen hinzusetzen. Und der wütende Rolf bekommt auf dem Schloss der schauspielerischen Abrissbirne Clemens dank dessen endloser Ignoranz statt Rache einen Job als Nanny. Nun sollte was mit garstigen Kindern losgehen, aber das vergisst der Film im verzweifelten Bemühen, mit viel Aufwand Langeweile zu verbreiten. Trotzdem war schon immer alles klar: Rolf unterwandert die Super-Reichen und „dreht" zuerst die vernachlässigten Kids, dann Clemens, damit der Fischer-Kiez weiter vor sich hinsumpfen kann.

Denn auch klassenkämpferisch funktioniert hier rein gar nichts. Weil - wer bekommt wohl letztlich die Sympathien? Der beschränkte, lustige Sonderling mit den Klamotten aus der Altkleidersammlung? Oder der dünne Typ, der mit Luxuswagen rumprollt und Geldscheine um sich wirft?

In „Der Nanny" versucht ein Schönling ohne Charisma ein Geld-Ekel zu spielen und dieses Regie-Konzept des nur in Ansätzen so Scheinens drückte Schweighöfer allen anderen auf. Selbst Milan Peschel, der alles spielen könnte, darf allein beschränkt Clownereien verbreiten. Schweighöfers inszenatorische Talent überträgt sich auch auf alle anderen Gewerke, so dass man etwa bei der Ausstattung nur ahnt, dass jemand Reichtum vor die Kamera bringen wollte. Die Handlung schleicht sich mühsam und holperig über den vorhersehbaren Weg. Begleitet von der großen Frage: Wer gibt diesem Mann Geld für Filme und zudem noch eine Rolle?

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