21.1.14

Homefront

USA 2013 Regie: Gary Fleder mit Jason Statham, James Franco, Izabela Vidovic, Kate Bosworth, Winona Ryder 100 Min. FSK: ab 16

Das ist mal eine neue Idee, um einem Film von Anfang die Spannung zu nehmen: Als Undercover-Polizist sorgt Jason Statham, der ambitionierte Mix aus Action-Figur und Schauspieler dafür, dass der Sohn des Drogenbosses erschossen wird. Dessen Fluch in Richtung unseres langhaarigen (was waren wir damals jung!) Helden verrät schon alles: „Du bist tot, deine Kinder sind tot!" Dabei machen die folgenden Titel neugierig, denn neben dem Star-Chamäleon James Franco („Spring Breakers", „127 Hours", „Howl") ist auch Winona Ryder mit dabei.

Nach seiner Karriere als Drogenfahnder zieht sich Phil Broker (Jason Statham) ins Privatleben eines kleinen Städtchens zurück. Doch sowohl er als auch sein Töchterchen Maddy (Izabela Vidovic) wissen sich zu wehren und werden schnell auffällig. Als Maddy dem größeren Schulhofbullie die Nase bricht, beschwert sich dessen hysterische Zicke von Mutter mit Namen Klum (Kate Bosworth) bei ihrem Bruder. Dieser Morgan 'Gator' Bodine (James Franco) ist zufällig der Drogen- und Gangster-Boss der Gegend. Die Gier nach einem ganz großen Drogengeschäft bringt ihn auf die Idee, den leicht enttarnten Undercover-Agenten zu verkaufen.

Wenn man für die dunkle Bedrohung James Franco engagiert, dann verspricht das einiges. Man muss bei seiner Figur Gabor an den ähnlich wirkenden aber anders gepolten Alien aus „Spring Breakers" denken. Andererseits ist hier Sylvester Stallone für das Drehbuch verantwortlich! Wenn man diesem groben Schauspieler noch für die simple Gedankenführung der Handlung dankbar sein kann, tut das Skript spätestens dann weh, wenn der Held sehr gerissen seine Tarnung aufbaut, aber seine Undercover-Personalakte so im Keller versteckt, dass man sie auf Anhieb findet. Falls Fragen vom Finanzamt kommen?

So schwankt diese Heimat-Front aus Selbstverteidigungs-Eiche auf Dünnbrett-Basis durchgehend zwischen Fließband-Action und interessanten Momenten, zwischen hohler Selbstjustiz als US-amerikanischer Vater-Tugend und kritischen Michael Kohlhaas-Momenten. Wenn Broker eines dieser Crystal Meth-Labore, die er früher hat hochgehen lassen, in MacGuyver-Manier vermint und ihm dann sein gutes Herz für das kleine Kätzchen der Tochter im Weg steht, ist das fast gelungene Satire der harten Herren. Auch das Ende mit explosiver Ausleuchtung hätte richtig tragisch werden können, doch dies ist kein Kohlhaas nur ein Stallone.

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