11.1.12

Anne liebt Philipp

Norwegen, BRD 2011 (Jørgen + Anne = Sant) Regie: Anne Sewitsky mit Maria Annette Tanderø Berglyd, Otto Garli, Aurora Bach Rodal, Vilde Fredriksen Verlo 86 Min. FSK ab 6

Anne kommt schon als Fünfjährige zu spät und macht sowieso alles anders als andere. Sie ist ein freigeistiger,
lustiger Fratz, mit ihren Sommersprossen keck in die Kamera grinsend und sehr sympathisch gespielt vom erstaunlichen Naturtalent Maria Annette Tanderø Berglyd. Nach fünf Minuten ist die unbeschwerte Kinderzeit für die nun zehnjährige Anne vorbei, als in dem verlassenen Haus, in dem angeblich jemand vergraben wurde, der gleichaltrige Philipp Ruge einzieht. (Weshalb er nicht wie im Original Jorgen heißen darf, ist ein großes Übersetzungs-Rätsel.) Nun bekommt „Romeo und Julia", nun bekommen auch die anderen Bücher, die ihre Freundin Beate immer passend liest, eine andere Bedeutung. Noch stärker zeigt sich Annes Gefühlslage in ihrer eigenen Fantasie, die eine Horrorgeschichte nicht nur sehr spannend sondern auch beängstigend ausmalt.

Mit dem aufwändigen, teilweise rasanten Stil wird auch der Humor ausgestattet, der sehr schräg ausfällt, wenn Anne sich die Köpfe des Schüler-Liebes-Dramas in einer ganzen Reihe von TV-Beiträgen vorstellt. „Anne liebt Philipp" ist ein großartiger Film mit nicht mehr ganz kleinen Kindern und ihrer großen Liebe. Skandinavisch ungezwungen und ehrlich kommt er daher. Das tolle Spiel ist zu loben, die in dem Genre selten sorgfältige Inszenierung und die wichtige Geschichte, wie man seinen eigenen Weg gehen kann, auch wenn es ein anderer ist. Nur die Altersfreigabe ist eindeutig unbedacht, bis 12 sollten Kinder nur in Begleitung der Eltern diesen Film sehen.

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