15.11.11

Arthur Weihnachtsmann 3D

Großbritannien, USA 2001 (Arthur Christmas) Regie: Sarah Smith 98 Min. FSK o.A.

Zu dieser Zeit drohen dem Filmkritiker mannigfaltige Gefahren: Akute Stichverletzungen durch Tannennadeln, Zuckerschock wegen übersüßer Filme und vor allem ein Jetlag, hervorgerufen von vorzeitigen Weihnachtsfilmen! Diesmal rennt „Arthur Weihnachtsmann" als erster die Türe ein, vor der Weihnachten noch lange nicht steht. Aber man kann dem zurückhaltenden jungen Tollpatsch Arthur gar nicht böse sein - zu sympathisch begeistert er sich für die Freude der Kinder in aller Welt und zu heldenhaft kämpft er noch für das letzte Päckchen, während sich die etablierte Verwandtschaft längst zu Ruhe gesetzt hat...

Dieser Weihnachtsfilm aus dem Animations-Hause Aardman ist von anderer Art! (Mann!) Nicht dass uns hier Verwandte von „Wallace & Gromit" anspringen oder dass „Hennen rennen" jetzt aussieht, wie „Elfen helfen". Nur dieser verrückte britische Aardman-Humor springt uns wieder direkt an, wenn abertausend Elfen in Tom Cruise-Manier über der Stadt abgeseilt werden, um in Sekundenschnelle alle Geschenke an den richtigen Fleck zu liefern. Damit wäre auch die Frage nach der Mission Impossible geklärt, wie der Weihnachtsmann in nur einer Nacht alle (Christen-) Kinder beschenken kann, ohne - im Stile heutiger Paketboten - die Hälfte von ihnen über den Haufen zu fahren (Ups...). Einen Schlitten benutzt Weihnachtsmann, der Zwanzigste, auch schon lange nicht mehr. Nur die Form des gigantischen und hypergalaktisch schnellen Raumschiffs S1 erinnert entfernt an altmodische Transportmittel. Hinter der ganzen generalstabsmäßigen Aktion steht in der Schaltzentrale am Nordpol Steve Claus, der Sohn vom Weihnachtsmann, der auch gut in einem Action-Film neben Stallone oder Dwayne „The Rock" Johnson spielen könnte. Mit neuester Technik und militärischem Führungsstil bringt er die Operation Weihnachtsnacht über die Bühne und freut sich, dass er bald selbst Weihnachtsmann wird. Doch Papa, der nur noch symbolisch ein einziges Geschenk ablegt und dabei sogar ein Kind aufweckt, will noch weitermachen. Das gibt Ärger bei der Familie Claus. Beim Streiten merkt nur der schmächtige Arthur, dass ein Paket vergessen wurde. Zusammen mit seinem anarchischen Großvater, der den Ruhestand nicht verkraftet, und dem superwitzigen Verpackungs-Elfen Bryony („Für eine Schleife ist immer Zeit") starten sie sich auf einem vergessenen Schlitten in eine verrückte Nacht...

Von Anfang an begeistert „Arthur Weihnachtsmann" als rasante und immer wieder herrlich komische Animation, die niemals Weihnachts-Schmalz ansetzt. Dazu überzeugen die erstaunlich lebensecht angelegten Figuren, die gleich einen multiplen Generationen-Konflikt austragen. Hier haben Kinder und Erwachsene viel Spaß. Die Kleinen sehen zudem, wie man seinen richtigen Platz im Leben findet, die Großen können sich eventuell Gedanken drüber machen, den angestammten Platz mal abzugeben. Oder wenigstens ein Plätzchen. Nur das 3D ist so sinnvoll oder sinnlos wie die S1 - der alte Schlitten mit der Magie und dem Zauberstaub des Kinos tun's genauso. Die Brille stört, ohne einen großen Mehrwert zu liefern.

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