22.11.11

30 Minuten oder weniger

USA 2011 (30 Minutes or less) Regie: Ruben Fleischer mit Jesse Eisenberg, Danny McBride, Aziz Ansari 83 Min. FSK: ab 16

Nach der flotten und witzigen Horror-Parodie „Zombieland" (2009) liefert Regisseur Ruben Fleischer ein gleich mehrfach misslungenes B-Filmchen ab, die Gauner-Komödie sein will. Immerhin ein interessantes Studienobjekt zu Einigem, das beim Filmen schief gehen kann. Die Grundidee ist ok: Rasender Pizzabote Nick (Jesse Eisenberg) wird von zwei Idioten unter Affenmasken überwältigt und wacht mit einer „Bomben-Jacke" auf. Es habe zehn Stunden, um 100.000 Dollar aufzutreiben, ansonsten macht es Bumm! Außerdem würde man ihn genau im Auge behalten. Nun versöhnt sich Nick erst mit seinem Freund, verabschiedet sich dann von dessen Schwester, in die er verliebt ist, klaut ein Auto, holt etwas zu essen und beraubt eine Bank. Erst bei der Übergabe der Beute an einen Killer (welcher eigentlich den Vater eines der Affen ermorden soll) geht es schief, denn auch Nick findet wohl, dass die Situation nicht wirklich bedrohlich, der Film überhaupt nicht spannend und auch nur selten lustig ist.

Wenn sich einige Leute dämlich kriminell und auch kriminell dämlich verhalten, ist dies längst noch kein „Fargo". Dazu müsste man vielleicht die Figuren besser besetzen. Wenn man eine Stunde nach dem Film die große Liebe und den besten Freund des Helden nicht mehr erinnern kann, stimmt da was nicht. Emma Stone aus „Zombieland" zum Beispiel erkennt man seitdem immer wieder. Jesse Eisenberg, der prinzipiell melancholisch und minimal intelligenter aussieht, als sich seine Figuren verhalten müssen, dient hier nur als Markenzeichen für zottige Blödelfilme. Diesmal sind selbst pure Slapstick-Figuren wie Fred Ward als zu ermordender Idioten-Vater mit militärischer Deformation verschenkt. Man denke nur kurz an John Goodman, Steve Buscemi oder John Turturro in „The Big Lebowski". Doch die Meßlatte muss gar nicht auf Coen-Höhe liegen, etwas Spaß und Spannung hätten gereicht - Fehlanzeige. Seltsam mechanisch funktionieren nur die Verfolgungs-Szenen mit eingebauter Verschrottung: Das ist Realismus pur, der Raser-Wahnsinn auf unseren Straßen findet nicht wegen Räuber und Gendarm statt. Piazza-Service oder Paket-Dienst verpulvern Verkehrsregeln und die Sicherheit auf den Straßen.

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