23.10.11

Killer Elite (2011)

USA, Australien 2011 (Killer Elite) Regie: Gary McKendry mit Jason Statham, Robert De Niro, Clive Owen 116 Min.

Transporter vs. Driver

Euch geht es immer nur um die Action, nie um das Ganze! Ihr seht nie, wer und was hinter allem steckt! Diese heftige Publikumsbeschimpfung ist der Kernsatz eines harten Action-Thrillers, der gleichzeitig versucht, üble Militärränke und Ölgeschäfte anzuklagen. Beides gelingt nicht ganz, aber die von Jason Statham und Robert De Niro verkörperte Kombination aus Schlagkraft und Können ist spannend und interessant.

Wir befinden uns in der Wirtschaftskrise, der Ölkrise, im Chaos - des Jahres 1980. Danny Bryce (Jason Statham) und sein älterer Kumpel Hunter (Robert De Niro) sind in der Welt rumgekommen und haben überall Menschen umgebracht. Danny ist dabei auszusteigen, aber ein Scheich aus dem Oman nimmt Hunter als Geisel und zwingt dessen Freund so, drei britische Soldaten der Spezialtruppe SAS umzubringen, die drei Söhne des Scheichs umgebracht haben. Dazu will der alte Herr Geständnisse auf Video und es soll immer wie ein Unfall aussehen. Danny bringt tatsächlich den Krieg zurück zu den Aggressoren nach England, selbst ein mächtiger Geheimbund aus Bänkern und deren Wachhund Spike (Clive Owen) können die Erfüllung des Auftrags nicht verhindern. Am Ende merken beide Killer, dass sie von politischen Drahtziehern nur benutzt wurden. Doch das eigentliche Problem ist die Haltung Spikes: Der Kriegs-Veteran kann das Kämpfen und Morden einfach nicht sein lassen, während Danny „ Ausstieg sofort" will.

„Killer Elite" hat nichts mit dem Sam Peckinpah-Film von 1975 zu tun, dafür viel mit Ranulph Fiennes hochbrisanten Roman „The Feather Men" und den wahren Begebenheiten dahinter. Mit „Blut für Öl" kann man auch diesen schmutzigen Kriegseinsatz abkürzen. Das ist erhellend und erschreckend, ebenso wie die brutalen Morde des „durchgeknallten Hundes" Danny. Dieser ist allerdings keine unbesiegbare Kampfmaschine, so wie die eng gefilmten Nahkämpfe nicht nur Action-Spaß, sondern auch realistisch brutal sind. Zwar lassen sich im Zeitalter der Schnauzbärte und aufgemotzten Ford Capri die früheren Rollennamen der Duellisten „Driver" Owen und „Transporter" Statham wortwitzig aufeinanderprallen, doch wenige Minuten von DeNiro zeigen, dass Statham zwar eine populäre, aber keine gute Besetzung ist. So stößt sich in diesem Regiedebüt vor allem ein Stoff, der von Le Carré oder Graham Greene sein könnte, an lautem Action-Gehabe und uneinheitlicher Inszenierung. Diese im Rückblick menschlich erbärmliche „Killer Elite" ist nicht aus einem Guss, aber durchgehend spannend.

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