14.9.11

Vater und Sohn DVD

BRD, NL, Fr 2003 (Otets i syn) Regie: Alexander Sokurov mit Andrej Shchetinin, Alexej Neymshew, Alexander Razbash, Marina Zasukhina 84 Min.

Piffl Medien

Es wird noch etwas dauern, bis der frisch gekürte Venedig-Sieger „Faust" in unsere Kinos kommt - bislang gibt es keinen Starttermin für Sokurows Film. Trösten kann man sich derweil mit einem alten Schätzchen, das ästhetisch ebenso faszinierend, dafür aber etwas heller und fröhlicher ausfällt: Die deutsch-russische Produktion „Vater und Sohn" aus dem Jahre 2003.

In einem Zustand zwischen Traum und Erwachen spielen, raufen, reden, schweigen Vater und Sohn. Beide sind Soldaten, sich ihres Körpers bewusst, es gibt ganz lange intensive Szenen - wie zwischen einem Liebespaar. Vater und Sohn turnen in einem fast impressionistischen Set zwischen den Dächern hoch über der Neva. Große Dramatik braucht es hier nicht, der Sohn muss mit einer beendeten Beziehung kämpfen, der Vater wird an Kriegswunden erinnert. Es herrscht in ausgesuchten Settings eine Harmonie, die man selten erlebt. Alles ist wunderbar gelungen, Bilder, Dialoge, der sanfte Soundtrack, wie der Junge sein gebrochenes Herz ausdrückt, fragt, ob das noch oft geschehen wird. Die Antwort des Vaters: "Das wird ein Leben lang passieren". Der russische Meister Sokurow hat wieder wie bei seinen Elegien Farben und Bilder verflacht, verzerrte Winkel, milchiges Licht und der Weichzeichner verstärken die Traumstimmung.

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