24.8.11

Kill the Boss

USA 2011 (Horrible Bosses) Regie: Seth Gordon mit Jason Bateman, Charlie Day, Jason Sudeikis, Jennifer Aniston, Colin Farrell, Kevin Spacey, Donald Sutherland, Jamie Foxx 98 Min.

Wenn sich eine schwarze Komödie an Danny DeVitos „Schmeiß' die Mama aus dem Zug!" ranhängt, der seinerseits schon Hitchcocks „Strangers on a train" parodierte, kann man ein Zug-Unglück erwarten, denn das klingt ähnlich albern wie ein Bahnmanager als Chef einer Luftfahrt-Linie. Doch die Komödie, die Hangover-Light sein will, bekommt dank guter Darsteller die meisten Szenen gut über die Runden.

Nick Hendricks (Jason Bateman), Dale Arbus (Charlie Day) und Kurt Buckman (Jason Sudeikis) sind Freunde und haben eines gemeinsam: Unerträgliche Bosse. Nick war schon immer extrem angepasster Bürohengst. Als erster da und als letzter nach Hause, zwischendurch lässt er sich bereitwillig vom gnadenlos zynischen Chef (Kevin Spacey, in „Margin Call" noch ein Bank-Boss mit Gewissen) zusammenstauchen. Dale hat bei seinem Chemie-Unternehmen Donald Sutherland als guten Boss. Bis sich dessen Herz verabschiedet und der ekelhafte Sohn (Colin Farrell) übernimmt. Nun soll Dale Schwangere und Behinderte entlassen, bevor er in der Dritten Welt Tausende vergiftet. Kurt wird als brav verlobter Zahnarzt-Assistent von seiner extrem sexistischen, lüsternen und eifersüchtigen Zahnärztin (Jennifer Aniston - als Witz tatsächlich gut) bedrängt. Weil er mal besoffen nachts auf einem Kinderspielplatz pinkelte, ist er verurteilter „Triebtäter" und erpressbar. Unter Lachgas-Betäubung wurden von ihm zudem obszöne Fotos gemacht.

Da hilft nur eines: Wir bringen uns gegenseitig die Chefs um! Wie bei „Fremder im Zug" - oder hieß der Film von DeVito doch irgendwie anders? „Kill the Boss" braucht sehr lange, bis er zur holperig Sache kommt, derweil ergötzt er sich an wirklich fürchterlichen Vorgesetzten, die gegen Ackermann & Co allerdings Waisenknaben sind. Und amüsiert sich über Weicheier, die plötzlich morden wollen, sich dabei aber genau so unfähig erweisen wie beim Durchsetzen korrekter Arbeitszeiten. Kindisch freuen sich Nick, Dale und Kurt auf das Eintreffen des vermeintlichen Killers Dean Motherfucker Jones (Jamie Foxx), der nur im Gefängnis war, weil er einen Ethan Hawke-Film illegal aufgenommen hat. Er beutet sie erst einmal auch aus. Trotzdem ist nett anzusehen, wie dämlich sich die drei Jammerlappen anstellen. Kurt, der größte Idiot, schafft es tatsächlich, genau einer der gehassten Bosse nach einem allergischen Schock das Leben zu retten.

Das ist mäßig komisch, mit der üblichen sexuellen Deftigkeit und ein paar Ekeleien versetzt, die Handlung wurde im zweiten Teil allerdings nur schlampig fortgeführt. Trotzdem bekommen die drei Hauptdarsteller in ihren Dialogszenen guten Witz hin, die prominent gespielten Typen der zweiten Reihe machen richtig Spaß.

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