7.7.10

Lügen machen erfinderisch


USA 2009 (The Invention Of Lying) Regie: Ricky Gervais , Matthew Robinson mit Ricky Gervais, Jennifer Garner, Jonah Hill 100 Min. FSK ab 6

In einer Welt ohne Lüge gibt es keine Werbung und selbstverständlich auch keine Spielfilme. Die gnadenlose Ehrlichkeit fängt schon bei der Begrüßung an. „Wie geht es dir?“ wird tatsächlich mal ehrlich beantwortet. „Nicht besonders gut. Wahrscheinlich werde ich heute gefeuert.“ Mark Bellinson (Regisseur und Ko-Autor Ricky Gervais), ein rundlicher, kleiner Verlierer, hat es ohne freundliche Heuchelei oder Taktgefühl besonders schwer. Doch als der Drehbuch-Autor für todlangweilige Nacherzählungen historischer Epochen in einer Bank spontan über seinen Kontostand lügt, ist er im Vorteil. Die Leute glauben ihm wie unter Hypnose alles: Dass er schwarz oder ein einarmiger deutscher Raketen-Ingenieur ist. Die langbeinige Blondine nimmt ihm sofort ab, dass die Welt untergeht, wenn sie nicht sofort mit ihm schläft. Das Konzept der Lüge ist nicht allgemein bekannt, also hat er immer Recht. Sein Handeln bleibt unerklärlich: Es gibt ja nicht mal ein Wort dafür, dass er etwas sagt, was nicht ist!

Mark erfindet nun sogar das Jenseits samt Paradies, um seine Mutter zu trösten, und jeder glaubt dem neuen - nein: einzigen Propheten. Als Nebenprodukt schreibt er die zehn Gebote (auf Pizza-Schachteln!) und gründet eine Religion. Nur seine große Liebe Anna McDoogles (Jennifer Garner) kann er nicht täuschen. Sie glaubt, dass es bei Liebe darum geht, zwei äußerlich möglichst attraktive Gen-Pools miteinander zu vereinen.

Die nicht ganz oberflächliche Komödie mit einer sympathischen Idee und ihrer sympathischen Hauptfigur präsentiert ein witziges Konzept, das sich selbstverständlich in unserer Welt der Täuschungen nicht ganz schlüssig realisieren lässt. Doch am Ende läuft alles auf nur ein Liebesfilm-Finale hinaus. All die netten Ideen des Anfangs bleiben verlorene Gedanken-Mühe.

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