14.7.10

Eclipse


USA 2010 (The Twilight Saga: Eclipse) Regie: David Slade mit Kristen Stewart, Robert Pattinson, Taylor Lautner, Billy Burke 121 Min.

Was sagt ein zünftiger Vampir, wenn er eine süße Jungfrau sieht? „Blut, Blut, ich rieche Menschenblut!“ Oder: „Schlürf“? Mitnichten. „Heirate mich“ ist der erste Satz von Edward Cullen (Robert Pattinson) gegenüber seiner großen Liebe Bella Swan (Kristen Stewart) in „Eclipse“. Doch sie will etwas anderes: „Beiß mich, mach mich zum Vampir!“ In einer romantischen Szene einigen sich die beiden auf die klassische Abfolge: Erst „Bis dass der Tod euch scheidet“, dann die Verlängerung in die Ewigkeit durch den Biss zur Vampirismus-Konversion Bellas.

„Eclipse“ erzählt auf zwei Ebenen die gleiche Geschichte: Die eine erzählt von den üblichen Teenager-Problemen um Liebe, Sex, Entscheidungen und vielen Fragen angesichts einer unklaren Zukunft. Das Teenie-Filmchen enthält auch den eifersüchtigen wie dämlichen Hahnenkampf von Werwolf Jacob und Vampir Edward um Bella. Bis zum Schulabschluss versucht sie herauszubekommen, wem ihr Herz gehört und wie sie leben will. Auch dies ein simpler Köder, der ins amerikanische Teenager-Leben geworfen und mit den Fantasy-Elementen von Vampiren und Werwölfen aufgehübscht zum anderen Film wird. Denn der große mythische Streit zwischen den verfeindeten Wesen der Nacht wird in der Twilight-Serie auf die Frage reduziert, ob die reifende Frau ein warmes, weiches Kuscheltier will oder sich mit dem Mann einlässt, der in sie eindringen will - mit seinen Zähnen. Dass Edel-Beißer Edward so altmodisch ist, dass er dies erst nach der Hochzeit zulässt, gibt der ganzen Einfalt etwas Länge.

Das innere Drama Bellas steht unter der mörderischen Bedrohung der Erzgegnerin Victoria, die ihre Rache an Edward Cullens Familie sucht. Dazu rekrutiert sie eine eigene Armee von Jungvampiren, die sich ungezügelt durchbeißen. Um Bella zu schützen, kämpfen sogar Vampire und Wölfe zusammen, alles läuft auf eine große Entscheidungs-Schlacht hinaus, während der sich Bella zwischen ihren Männern entscheidet. Die digital aufgebauschten Kämpfe liefern mehr Material für hämische Parodien als für Kult.

Die Eindeutigkeit dieser Parabel wirkt ermüdend und einfältig auf alle, die nicht gerade in dieser Lebensphase stecken. Aber für die ist diese Buch- und Filmreihe ja auch nicht gedacht. „Eclipse“ liefert als dritte Romanverfilmung nach Stephenie Meyer frisches Blut für die Fans der verklemmten Fantasy. Der Mann, das unbekannte Wesen, wandelt sich für die Teenager mal zum blassen Beißer, mal zum riesigen Steiff-Tier. Aber selbst diese Bedrohungen - und Verführungen - verbinden sich verlässlich gegen zügellose Horden. Auch dies passt ins konservativ prüde Konzept von „Twilight“. Am Ende bleibt nur ziemlich viel Gefühlswabern und ganz großer Liebeskitsch mit längst ausgelutschten Worthülsen. Bellas überflüssige Off-Kommentare machen den Film, der von seinen Produktionswerten den Augen einiges zu bieten hat, simpel und verständlich für wirklich jeden, der sein Geld an der Kinokasse lässt.

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