3.2.10

Welcome


Frankreich 2009 (Welcome) Regie: Philippe Lioret mit Vincent Lindon, Firat Ayverdi, Audrey Dana, Derya Ayverdi 110 Min.

Vorsicht! Helfen Sie keinem Mitmenschen - Sie könnten dafür in den Knast kommen. Zumindest an den Grenzen der Festung Europa. Das musste ein Kapitän von „Ärzte ohne Grenzen“ in Italien erfahren. Und auch der Schwimmlehrer Simon (Vincent Lindon) erhält bald eine Vorladung der Polizei. In seinem Heimatort Calais gab er zuerst dem jungen Kurden Bilal (Firat Ayverdi) Schwimmunterricht. Dann nahm er den Jungen, der gefoltert wurde und aus dem Iran geflohen ist,  mit nach Hause. Vielleicht um seine beim Flüchtlings-Camp engagierte Frau Marion (Audrey Dana) zu beeindrucken, denn die hat sich von ihm getrennt. Vielleicht einfach nur um zu helfen.

Bilal ist tagelang gelaufen, um nach Europa zu kommen. Nun kann er kaum schwimmen, will aber den Ärmelkanal überqueren, weil seine Geliebte Mina in London bald gegen ihren Willen verheiratet werden soll. Doch Simon wird verhaftet, weil er einen Flüchtling aufgenommen und ihm beim illegalen Grenzübertritt geholfen hat. Der Film ist Fiktion, solche Fälle sind in Frankreich bittere Realität.

Der sozialkritische Film mit dem zynischen Titel „Welcome“ zeigt viele Facetten einer Stadt, in der die Verfolgten stranden. Ebenso die Seiten des Schwimmlehrers, der die Flüchtlinge sieht, schweigend mitbekommt, wie sie behandelt werden. Er hat seine eigenen Probleme, Trennung und Scheidung. Dann hilft er spontan. Vor diesem gelungenen und bewegenden Film einer Freundschaft realisierte Philippe Lioret „Keine Sorge, mir geht's gut“ (2006) und „Die Frau des Leuchtturmwärters“ (2004).

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