24.2.10

Antonia (2009)


Brasilien 2009 (Antônia - O Filme) Regie: Tata Amaral mit Negra Li, Leilah Moreno, Quelynah, Cindy Mendes 90 Min.

Vom Kampf ums Überleben und von gescheiterten Hoffnung auf etwas Erfolg im Stadtteil Brasilandia erzählt dieser sozial aufmerksame und wehmütige Rückblick auf ein Frauen-Quartett: Preta, Lena, Mayah und Barbarah begannen als Background-Sängerinnen einer brasilianischen Rap-Gruppe. Als eigene Band nennen sie sich Antonia und bringen eingängige Liedchen mit starken Frauenpositionen. Am Anfang singen sie noch „Nichts kann uns aufhalten“, doch bald schon fällt die Gruppe auseinander. Mayah als mit dem Ex von Preta flirtet, fliegt sie wegen der Eifersucht. Lena wird schwanger und diesmal verbietet ihr Freund das Weitersingen. Barbarah schließlich landet im Gefängnis, weil sie einen kleinen Jungen erschlägt. Dessen Gang hatte vorher ihren schwulen Bruder Duda mit dessen Freund so brutal zusammengeschlagen, dass der Freund starb.
Schwulenfeindlichkeit und Chauvinismus werfen also der Emanzipation Steine in den Weg. Übersichtlich ist auch die Struktur dieses beschwingten Sozialdramas, das von Barbarah aus dem Gefängnis erzählt wird. Wie die Band entstand und zerfiel, von der ersten begeisternden Idee über die Proben und Anproben der Bühnenklamotten, unterbrechen immer wieder Gesangseinlagen, wie es sich für dieses Genre gehört. Die Qualitäten von „Antonia“ liegen jedoch im unverstellten Blick auf die Lebenswelten der Sängerinnen. Der Film spielt an den Hängen der Riesenstadt, im richtigen Leben und nicht im Studio, wodurch der Film einen guten dokumentarischen Touch bekommt.

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